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Monday, September 14, 2020

Der Schwarzenberg - ein vielseitiger Voralpenbuckel - Merkur.de

narasilama.blogspot.com

Wer auf einem Berg stehen und die Aussicht genießen will, ohne dass dabei viel Zeit drauf geht, der sollte vielleicht einen Abstecher ins Leitzachtal wagen.

Bad Tölz-Wolfratshausen/Fischbachau – Klettermaxe, Bergfexe und Hochalpinisten mögen ihn belächeln, ihn als unscheinbaren Buckel im Voralpenland abtun. Der bewaldete Schwarzenberg oberhalb von Hundham im Leitzachtal ist jedoch alles andere als ein fades Abfallprodukt des Crashs zwischen dem europäischen und dem afrikanischen Kontinent vor 25 Millionen Jahren. Micky Pause, als langjähriger Moderator des BR-Magazins „Bergauf-Bergab“ in vielen Teilen der Erde unterwegs gewesen, adelte ihn sogar, indem er im Jahr 2018 in seiner allerletzten Sendung auf eben diesem Hügel den Staffelstab an seinen Nachfolger Michael Düchs weiterreichte.

Ein paar Stunden Zeit genügen vollkommen

Vorhut: Der Schwarzenberg ist von Nordwesten aus gesehen der erste Voralpenbuckel.

© Peter Borchers

Dem damals vor dem Fernseher sitzenden Autor dieser Zeilen ist das deshalb nicht verborgen geblieben, weil er selbst schon zigmal auf dem Schwarzenberg stand und das grandiose Panorama – Richtung Südosten hinüber zu den großen Brüdern Wendel- und Breitenstein, auf der gegenüberliegenden Seite in Richtung Münchner Schotterebene, Simssee, Chiemsee und Kampenwand – genießen durfte. Und das bei Sonnenauf- und -untergang, bei blauem Himmel, Nebel, Regen, Schnee, Frost und an den Hundstagen.

Beinahe sämtliche Spielarten des Alpinismus möglich

Sorgenlose Skitour: Wegen der sanften Neigung der Hänge im Süden besteht im Winter so gut wie keine Lawinengefahr. Solo-Tourengeher und Anfänger wissen das zu schätzen.

© Peter Borchers

Der Schwarzenberg ist 1187 Meter niedrig – und das ist vielleicht seine größte Stärke. Wer samstags seinen Haushalt erledigen oder sonntags endlich mal auspennen möchte und trotzdem Lust auf frische Luft und Aussicht hat, sollte ihn als Ziel wählen. Ein paar Stunden Zeit genügen vollkommen. Fitte sind auf der kürzesten Aufstiegsvariante in knapp 60 Minuten oben, mit Kindern dauert’s etwas länger.

Die großen Brüder: Blick vom Gipfelkreuz hinüber zu Wendel- (Mi.) und Breitenstein (re.).

© Peter Borchers

Zwei Wege hinauf bieten sich besonders an: der eine direkt von Hundham aus auf einer meist durch Wald führenden, zwischendurch recht steilen Teerstraße, die übrigens bei ausreichend Schnee im Winter eine klasse Rodelbahn hergibt. Wer’s lieber sanfter und weitläufiger mag, wählt als Talort das Dorf Elbach etwa zwei Kilometer weiter in Richtung Fischbachau, und steigt von dort zunächst durch Wald, bald aber schon auf einem Pfad mitten durch Almwiesen auf. Dort, wo sich beide Wege treffen, folgt man der Straße etwa 50 Meter nach rechts bis zu einem weißen Trafohäuschen. Hier kann man sich entscheiden, ob man kommod (über geteerte Serpentinen) oder keuchend (über einen steilen Steig) zu dem auf dem Sattel platzierten Schullandheim weitergeht. Letzteres gehörte bis 1973 der Stadt München, heute ist es im Besitz des Vereins für Jugend- und Familienhilfen. Von den Gebäuden sind es nochmals 50, 60 steile Höhenmeter im Zickzack über einen Steig bis zum Gipfelkreuz. Das steht auf einem schönen Plateau, das Wanderern ein paar Bänke, aber auch sonst genügend Platz bietet, um ihre Brotzeit – in Pandemiezeiten mit genügend Abstand – genießen zu können.

Der Schwarzenberg ist jedoch nicht nur deshalb interessant, weil ein Sprung hinauf keinen Tagesausflug erfordert. Er lässt sich vielmehr in beinahe sämtlichen Spielarten des Alpinismus erkunden: per pedes, mit genügend Schmalz in den Schenkeln auf dem Mountainbike (der Gipfelsteig ist für Fahrräder allerdings tabu), auf Schneeschuhen und mit Tourenskiern. Die letzten beiden Varianten dürfen sogar Anfänger wagen: Zu sanft sind die Hänge des Schwarzenbergs geneigt, als dass er dem Tourengeher großartige Skills in Lawinenkunde und Skitechnik abverlangt.

Der Landwirt, der die Almwiesen oben bewirtschaftet, ein netter Mann, hat neben dem Schullandheim einen Aufenthalts- und Schutzraum eingerichtet. Dort können sich Wanderer, die spontan und ohne Verpflegung aufgebrochen sind, aus einem Kühlschrank erfrischende Getränke nehmen oder sich aus einer Teebeutelbox bedienen und per bereitstehendem Wasserkocher etwas Wärmendes brauen. Bezahlen lässt sich der freundliche Bauer diesen feinen Service in eine aufgestellte Kasse – auf der Basis von Gottvertrauen. Das ist auf dem Berg offensichtlich berechtigt. „Die Leute sind ehrlich“, meinte er kürzlich bei einem Plausch. Übrigens: Wer zu viel getrunken hat, kann Überschüssiges auch wieder umweltfreundlich loswerden: Eine Toilette beherbergt der Raum ebenfalls.

Hinter dem Schullandheim geht’s weiter in Richtung Bad Feilnbach.

© Peter Borchers

Wanderung in Richtung Osten erweiterbar

Wem die genannten Möglichkeiten noch nicht reichen, wem die Tour zu mickrig ist, der kann sie gerne erweitern. Vom Schullandheim aus in östlicher Richtung durchziehen endlose Forstwege und Wurzelpfade den Bergrücken hinüber nach Bad Feilnbach. Nach etwa einer Stunde stößt man auf die beliebte Tregler Alm. Wer dort einkehrt, sollte Trubel allerdings mögen. Ruhiger wird’s wieder im Jenbachtal. Dort verteilen sich die Leut’. Eine Wanderung entlang des Kühle spendenden Jenbachs und später einen Steig durch den Wald hinauf zur Wirtsalm im Schatten des Wendelsteins lohnt insbesondere bei heißen Temperaturen.

Zurück zum Schwarzenberg: Der Autor hat dort sogar schon biwakiert – und feststellen müssen, dass er am Gipfel weder spät – zwei ihr Feierabendbier trinkenden Mädels sei Dank – noch nach dem Aufwachen – gegrüßt seien alle frühmorgendlichen Sonnenanbeter – alleine ist. Der unscheinbare Buckel im Voralpenland ist eben beliebt. Was beweist: Es müssen nicht immer die hohen Gipfel sein, um in den Bergen Spaß zu haben.

peb

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September 11, 2020 at 10:27PM
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Friday, September 11, 2020

Furioser Abschluss der Internationalen Domkonzerte - St. Blasien - Badische Zeitung

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Giulia Biagetti präsentiert ein Programm voller Gegensatzpaare wie Leben und Tod, Licht und Dunkelheit, Schmerz und Freude.

. Das Programm im letzten Konzert der Reihe der Internationalen Domkonzerte St. Blasien 2020 drehte sich um Gegensatzpaare, wie der Leiter der Seelsorgeeinheit, Pfarrer Jan Grzeszewski, erläuterte. Er hatte für den künstlerischen Leiter Bernhard Marx die Einführung übernommen. Die inhaltlichen Kontraste von Leben und Tod, Licht und Dunkelheit, Schmerz und Freude spiegelten sich darin wider. Dies demonstrierte die Organistin Giulia Biagetti aus dem italienischen Lucca, die das Abschlusskonzert bestritt, aufs Eindrücklichste, und zwar sowohl an Werken unterschiedlicher Komponisten als auch an jeweils ganz verschieden gestalteten Kompositionen desselben Schöpfers.
Von Bach hatte Giulia Biagetti drei Stücke ausgewählt, das Choralvorspiel "Valet will ich dir geben" nach dem Text von Valerius Herberger, gedichtet vor dem Hintergrund der Pestepidemie 1613, das den Tod als Befreiung aus der grausamen und falschen irdischen Welt ansieht, eine Orgelfassung von "Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" sowie eine Fantasie über "Jesu, meine Freude". Allein schon diese drei Werke spannten den ganzen Kosmos auf zwischen diesseitigem Schmerz und Freude im Sinne von Vorfreude auf himmlische Wonnen.

Ebenfalls als freudige Erwartung himmlischen Heils zu verstehen ist das Trio über "Wie schön leuchtet der Morgenstern" des von Mendelssohn beeinflussten Ernst Friedrich Richter. Er umspielt das Thema, durch die kontrastreiche Registrierung von Biagetti deutlich hervorgehoben, mit fröhlich anmutenden Begleitfloskeln. Mit einem tiefen Wechselbass wartet dagegen die Begleitung zum Choralvorspiel "Der Tag ist hin, mein Jesu bei mir bleibe" von Johann Christoph Oley auf, möglicherweise in Analogie zum Textinhalt ein Hinweis darauf, dass sich die himmlische Melodie noch nicht aus ihrer irdischen Umklammerung zu lösen vermochte. Ganz von kindlichem Vertrauen auf Gott durchdrungen hingegen ist das außerordentlich liedhaft innig gestaltete Choralvorspiel "Herzlich tut mich verlangen" Johann Philipp Kirnbergers. Und beinahe wie ein irischer Segensspruch in Form von sanft auf der Harfe begleitetem Gesang klingt das kurze "Sheebeg and Sheemore" des irischen Komponisten und Harfenspielers Turlough O’Carolan.


Von dem Engländer Percy Fletcher, dem Italiener Marco Enrico Bossi, beide um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert aktiv, und der 1962 geborenen Carol Williams hatte Giulia Biagetti jeweils zwei kontrastierende Stücke mitgebracht. Fletchers "Fountain Reverie" setzte in der Begleitung hörbar das sanfte Plätschern von Wasser um zu einer traumverloren schwebenden Legatomelodie. Bossis "Cantilena pastorale" stellte seine idyllische Melodie zunächst solistisch vor, harmonisierte sie dann und gesellte ihr schließlich einen Orgelpunkt bei, wobei sie sich aber stets in ihrem einschmeichelnden Charakter behauptete. Carol Williams’ "Twilight" zeigte sich sowohl harmonisch als auch melodisch angesiedelt in einem nebulösen Zwischenreich zwischen Dunkel und Licht.

Sinfonische Verdichtung und die volle Wucht typischer Toccatenvertonungen konnte Giulia Biagetti dagegen in Fletchers "Festival Toccata", Bossis "Studio Sinfonico" und Williams’ "Venus Toccata" auf der St. Blasier Orgel ausleben, was sie auch mit virtuoser Energie tat.

Für ihr lebendiges, engagiertes und meisterliches Spiel ebenso wie für ihre hoch interessante Werkauswahl erhielt die Organistin begeisterten Beifall, den sie mit drei Zugaben belohnte, die von liedhafter Anmut über tänzerische Lebensfreude bis zu rhythmischem Überschwang reichten – ein furioser Abschluss der diesjährigen Konzertreihe. Die soll am 24. Oktober mit zwei Sonderkonzerten der Regensburger Domspatzen, um 16 und um 20 Uhr, ihre Fortsetzung erfahren.




September 12, 2020 at 03:01AM
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Furioser Abschluss der Internationalen Domkonzerte - St. Blasien - Badische Zeitung

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Tuesday, September 8, 2020

Lebensmittel sanft und schnell handhaben - MM Logistik

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[unable to retrieve full-text content]Lebensmittel sanft und schnell handhaben  MM Logistik


September 08, 2020 at 05:40PM
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Monday, September 7, 2020

Laut und sanft, hier kommt Ziv Ravitz - watson

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photo: marin valentin wolf

Laut und sanft, hier kommt Ziv Ravitz

Ziv Ravitz trat ein wiederholtes Mal beim «Musig im Pflegidach» in Muri auf. Anders als gewohnt, kehrte der Jazz-Spieler an diesem Sonntag mit einem Solo-Auftritt zurück, allerdings überzeugte er dennoch mit voller Kraft.

Shayenne Kiser

Mehr Aktuelles

«Ich kann nicht sagen, wie aufgeregt ich bin», schrieb Ziv Ravitz auf seinem Instagram-Kanal. Trotz seinen widersprüchlichen Gefühlen während den letzten Monaten wagte der Musiker, alleine auf die Bühne zu treten. Am vergangenen Sonntag hat der 43-jährige Drummer seinen ersten Solo-Auftritt im Murianer Pflegidach performt. Bereits im vergangenen Jahr hatte Ravitz das Publikum in gute Laune versetzt, jedoch in Begleitung von Will Vinson und Gilad Hekselman.

Keine Regeln

Der ganze Körper war in Bewegung, mal die Augen geschlossen, mal weit geöffnet. An diesem Abend ging es auf und ab, denn ganz nach seinem Motto «Die einzige Regel ist keine Regel» zeigte Ravitz, was in ihm steckt. Während er in einem Moment voll aufdrehte und sein Können auf dem
Schlagzeug bewies, sang er im nächsten Moment, begleitet von der Gitarre, ganz entspannt und voller Emotionen.

Nicht nur packende Rhythmen und sanfte Lieder waren zu hören, auch Filme wurden zwischendurch auf einem grossen Bildschirm gezeigt. Sie handelten von Träumen, denen man immer nach gehen soll und vom Leben, das niemals erlischt.Ganz anders als vom Publikum erwartet, aber dennoch positiv überrascht, wurde nicht einfach «nur» Schlagzeug gespielt. Vielmehr erlangte man einen Einblick ins Innere des Drummers. Er nahm die Zuschauer mit auf eine Reise in seine Gedanken und Wünsche.

Distanz in Konkurrenz zum Militär

Mit den Worten «Es mag vielleicht ein bisschen depressiv wirken, den Abend auf diese Art zu beenden, doch für mich ist es das nicht» kündigte Ravitz den tiefgründigen Song «Shadows on the Wall» an. Während er mit der Gitarre spielte und sang, waren seine zwei Töchter tanzend auf dem Bildschirm zu sehen. Die Mädchen bedeuten ihrem Vater alles, weswegen er ihnen diesen selbstgeschriebenen Song gewidmet hat.

Aufgrund von Corona konnte der Musiker die beiden während fünf Monaten in Israel nicht besuchen. Dass ihm diese Distanz härter als das Militär vorgekommen sei, war in jeder Sekunde des Liedes zu spüren. Voller Emotionen sang er von seinem Wunsch, mit ihnen tanzen zu können. Das ganze Dilemma hatte schlussendlich ein Happy End, denn erst zwei Tage vor dem Konzert war der Künstler aus Israel zurückgekehrt, wo er mit seinen Kindern gemeinsame Zeit verbringen konnte. Das Publikum schien sichtlich gerührt von der Geschichte und auch die ein oder andere Träne war an diesem Abend geflossen.

Vom Begleiter zum Leader

Ravitz hat sich in die obere Klasse des Jazz gespielt, ist heute einer der gefragtesten Schlagzeuger und hat letztes Jahr mit «No Man Is An Island» ein weiteres Album veröffentlicht. Als Aufwachsender in einer Musikerfamilie war der Künstler schon früh in Kontakt mit Musik gekommen und lernte schnell, wie Gitarre, Klavier und Trommel zu spielen sind. Später konnte der Musiker sich als professioneller Schlagzeugspieler etablieren, obwohl er erst mit 24 Jahren seine erste richtige Schlagzeuglektion hatte.

Im Jahr 2000 zog er wegen der Karriere nach Amerika und schloss 2004 an der «Berklee School of Music» das Jazzkompositionsdiplom ab. Mit seiner Musik im Gepäck reiste Ravitz von Israel nach New York und quer durch Europa. Der Schlagzeuger wurde vom Begleiter zum Leader und arbeitete mit Künstlern wie Hal Crook, Mark Turner und Ben Monder zusammen. Auch war er Mitglied in verschiedenen Ensembles wie beispielsweise das Lee Konitz Quartett, Shai Maestro Trio oder Omer Klein Trio.

Ziv Ravitz @ «Musig im Pflegidach» Muri

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Heavy Metal(l) in Kombination mit Jazz wird zu Gold

Am vergangenen Sonntag wurde das Publikum vom international bekannten Schlagzeuger Dan Weiss, mit den lauten Tönen seines neuen Albums Starebaby von den Sitzen gerissen. Bereits zum dritten Mal ist er in Muri, jedoch noch nie mit so einem gut besetzten Line-up.

«Das ist das erste Mal, dass ich Dan Weiss live sehe, ehrlich gesagt, ich habe sehr hohe Erwartungen!», dies die Worte von Walter Troxler, ein absoluter Kenner der Jazzszene. Er hat schon über 30 Jazzfestivals in Willisau mitorganisiert und ist in seiner Freizeit einpassionierter Hörer der Jazzmusik. Dan Weiss kommt aus den Vereinigten Staaten. Er tourt momentan mit folgenden grossen Namen der Jazzindustrie, Craig Taborn am Piano, Mart Mitchell, ebenfalls am Piano und amSynthesizer, Ben …

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September 07, 2020 at 04:57PM
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Gräfelfing: Radtour zur Maisacher Brauerei | Gräfelfing - Merkur.de

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Von der Brauakademie zum Brauer: Wer auf überwiegend kleineren Straßen von Gräfelfing nach Maisach radelt, kann sich nach 36 meist flachen Kilometern bei einer Biergarten-Einkehr von der dortigen Braukunst überzeugen. Und zugleich einiges über Mathias Kneißl lernen, besser bekannt als Räuber Kneißl oder „bayerischer Robin Hood“.

– Seit 1993 bildet die Gräfelfinger Akademie Braumeister aus, 2000 war sie Mitgründer der World Academy und 2004 startete der erste Lehrgang zum Biersommelier. Einmal im Jahr schaut die Welt des Bieres nach Gräfelfing, immer dann, wenn inzwischen fast 2500 Biere im Wettkampf um den begehrten Beer Star Award antreten. Seit 2016 schickt auch die Brauerei Biere zu Wettbewerben. 2019 gewann sie in Gräfelfing in der Kategorie German-Style Kellerbier hell einen silbernen Stern.

Startpunkt der Tour ist der Gräfelfinger Bahnhof. Über die Bahnhofstraße fährt man zur Würm hinunter, auf dem Kirchweg vorbei an St. Johannes der Täufer und weiter auf dem Paul-Eipper-Weg über die Lindauer Autobahn in den Paul-Diehl und den sich anschließenden Pasinger Stadtpark. Im Hermann-Hesse-Tunnel, der westlich des Pasinger Bahnhof unter den Gleisanlagen durchführt, sorgt Martin Blumöhrs „Tunnelblick“ für Farbe. 2014 verwirklichte er sein murales Kunstprojekt im öffentlichen Raum auf der ganzen Länge der Unterführung: ein 2,5 Meter breites und 90 Meter langes Band, das von architektonischen, politischen und kulturellen Besonderheiten des Münchner Stadtteils zeugt.

Hinter der A99 wird‘s ländlich

Nördlich der Schienen führt die Route nach Westen und in die Marschnerstraße, in der zwei Villen im Landhausstil, entworfen Ende des 19. Jahrhunderts vom Büro August Exters, sehenswert sind. Am Ende der Alten Allee wird die Bebauung lockerer und hinter der Brücke über die A99 geradezu ländlich, obwohl man sich noch im Münchner Stadtgebiet befindet. Nach der A8 geht es nochmals über die A99, dann ist erst mal Schluss mit den Autobahnüberquerungen.

Die Tafernwirtschaft „Zum Haderecker“, 1897 im Grundbuch eingetragen als „Wirtshaus im Graßlfinger-Moos mit dem Besitzer und Gastwirt Andreas Haderecker“, liegt bereits auf Olchinger Grund und damit im Landkreis Fürstenfeldbruck. Doch den verlässt man bald wieder, wechselt in den Kreis Dachau, durchquert Feldgeding und schließlich Bergkirchen. Der Anstieg ist kurz und happig, dann wird die Route wieder sanft wellig, passiert das winzige Bibereck und führt durchs etwas größere Deutenhausen. Zwischen Deutenhausen und Kreuzholzhausen lädt eine Picknickstelle mit zwei Bänken, Tisch und, bei klarer Witterung, grandioser Aussicht auf München und die Alpen zur Rast ein. Doch Vorsicht: Oft sind die Bänke besetzt, wenn man ankommt.

Kreuzholzhausen nördlichster Punkt

Kreuzholzhausen ist der nördlichste Punkt der Tour erreicht. Auch weiter in Richtung Süden herrscht kaum Autoverkehr. In Thal hat man wieder den Kreis Fürstenfeldbruck erreicht. Weit ist es nicht mehr: Hinter Überacker kommt schon Maisach, erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 806.

Die Brauerei, mitten im Ort gelegen, wurde 1556 gegründet, 40 Jahre nach Erlass des bayerischen Reinheitsgebotes. 2016 übernahm Michael Schweinberger den Betrieb, der mit Dampfmaschinen von 1898 und 1920 sowie einem Sudkessel von 1901 und einer Schrotmühle von 1925 ausgestattet ist. Eines der bekanntesten Biere dürfte das Räuber Kneißl sein, ein Dunkles, ausgezeichnet mit dem International Craft Beer Award 2016. Auf dem Brauereigelände liegt auch das mit einem ruhigen Biergarten ausgestattete Bräustüberl Maisach, das eigens für den 1902 wegen Mordes hingerichteten Mathias Kneißl ein kleines Museum eingerichtet hat. Marcus H. Rosenmüller verfilmte 2007 die letzten zehn Jahre des 1875 im Dachauer Hinterland geborenen Mathias Kneißl. Im Maisacher Museum sind neben Zeitungsausschnitten aus der Zeit auch Kleidungsstücke zu sehen, die Mathias Kneißl getragen haben soll, und Schmuckstücke, deren Raum ihm zur Last gelegt wurde.

Wer will, kann mit der S3 vom Maisacher Bahnhof aus nach Pasing fahren und von dort an der Würm entlang zurück nach Gräfelfing radeln oder auf die Bahn verzichten und komplett zurückradeln, diesmal allerdings auf direktem Weg über Eichenau und Puchheim.

Der Track zur Tour findet sich hier.

Weitere Radtouren führen von Krailling zum Kloster Fürstenfeld, von Planegg zum Dachauer Schloss, von Neuried zum Kirchheimer Bajuwarenhof und von Stockdorf zwischen den Seen durch nach Tutzing.




September 07, 2020 at 10:15PM
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Gräfelfing: Radtour zur Maisacher Brauerei | Gräfelfing - Merkur.de

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Serge verkostet: Cardhu Special Releases 2020 vs. Cardhu 18yo - Whiskyexperts.net

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Cardhu wird immer noch gerne als „Frauenwhisky“ tituliert, und was zu Beginn wohl etwas abfällig und sexistisch gemeint war, ist in Wirklichkeit ein tatsächliches Kompliment: er ist zugänglich, sanft, aber – vor allem mit etwas Alter – dabei komplex und mit Tiefgang, wenn man sich auf ihn einlässt – lauter Eigenschaften, die einem Whisky zur Zier stehen.

Cardhu, übrigens viele Jahre der beliebteste schottische Whisky in Spanien, beweist diese Eigenschaften auch in der Verkostung heute bei Serge Valentin, wo sich der 18 Jahre alte Standard mit seiner Wertung nicht verstecken muss, und der Cardhu 11yo aus den Special Releases wieder, so wie im Vorjahr, glänzt. Diesmal ist es aber keine Sherryabfüllung, die zu gefallen weiß, sondern ein prinzipiell unverschnörkelter Cardhu aus Bourbonfässern.

Hier die Wertungen der Verkostung:

  • Cardhu 18 yo (40%, OB, +/-2018): 86 Punkte
  • Cardhu 11 yo 2008/2020 (56%, OB, Special Releases 2020, refill, new and ex-bourbon American oak): 89 Punkte

Cardhu. Bild © Diageo



September 07, 2020 at 02:11PM
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Saturday, September 5, 2020

Mein Captain - FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung

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Ich blickte in das charismatische Gesicht meines Gegenübers. Die dunkelgrünen Gläser seiner Ray Ban versteckten seine Augen. An einem sonnigen Sonntag im September 1999 interviewte ich Birol Ünel, den ich in Thomas Arslans „Dealer“ und in der Rolle von Captain Mahmud in Breloers Dokudrama „Todesspiel“ bewundert hatte.

Damals hielten deutsch-türkischer Rap und deutsch-türkische Filme Einzug im Feuilleton. Fragmente migrantischen Lebens wurden mit hybriden Geschichten und Sounds in neue Erzählungen verwoben. Von diesem Hype wollte Birol Ünel nichts wissen. Das Gerede von aufstrebenden Türken habe er satt, diktierte der Schauspieler in mein Aufnahmegerät. Heute wollen die unsere Gesichter, morgen unsere Ärsche, mutmaßte Ünel, stand auf und ließ mich im gebrochenen Türkisch wissen, dass er kein Türke, sondern ein „Fellah“ sei. So nennt ihr Türken uns Araber doch, sagte er und lachte.

Auch in der Türkei gefeiert

Danach kreuzten sich immer wieder unsere Wege. Eigentlich begegneten wir uns ständig im Jubinal, einer Bar in Berlin-Mitte. Wir tranken und redeten, tanzten zur Livemusik, wenn sie richtig gut war, auch schon mal auf dem langen Tresen. Am schönsten war es, mit Birol zu schweigen. Das konnte man stundenlang, ohne dass ein unangenehmes Gefühl aufkam.

Es hätte immer so weitergehen können. Doch dann war Birol weg. Ich sah ihn 2004 auf der Leinwand wieder. Captain Mahmud war jetzt Cahit geworden. Es war aufwühlend und tief berührend, wie er mit seinem großartigen Schauspiel frei von Larmoyanz und Identitätsfolklore unseren Sehnsüchten einen ästhetischen Ausdruck verlieh, ikonographisch für eine Generation von Menschen mit Migrationsgeschichte. Wenn ich Birol als Schauspieler sah, hatte ich oft das Gefühl, selbst in seinen Filmen vorzukommen, obwohl mein Leben nicht annähernd so spannend war.

Birol Ünel wurde gefeiert, auch in der Türkei. Der „bad guy“ und Draufgänger war wie gemacht für das Boulevard am Bosporus. Der Ruhm schien ihm nicht zu bekommen. Mir fehlte der Mut, ihn darauf anzusprechen, als wir uns viele Monate später in unserer Ecke über den Weg liefen. Birol erklärte, dass er nach Kreuzberg ziehen werde. Was willst du dort?, fragte ich. Was soll ich noch hier?, entgegnete er. Ich verlor Birol aus den Augen. Das schien vielen so zu gehen. Wenn ich gemeinsame Bekannte nach ihm fragte, tauchten beunruhigende Mutmaßungen auf. Alkohol. Probleme. Keine Engagements.

Ein letztes Treffen

Während seine Weggefährten an ihren Karrieren feilten und Communities auf Social Media unterhielten, schien es kein Netzwerk für Birol zu geben. Irgendwann führte die Springer-Presse ihn als Obdachlosen vor. Ein Armutszeugnis für seine Freunde und Bekannten, seine Branche und seine Kollegen. Unser gemeinsames Versagen.

Birol Ünel war kein einfacher, aber ein wundervoller Mensch. Er war impulsiv, exzentrisch, radikal und manchmal auch nicht berechenbar. Birol war rauh und sanft zugleich. Er konnte schreien und laut sein. Wenn er aber etwas Wichtiges sagte, sprach er leise. Ein Rebell und Nonkonformist, den es heute so nicht mehr geben kann und dessen Leben der Film war, aber eben nicht nur.

Das letzte Mal sah ich ihn vor einigen Jahren an einem Samstagmorgen in Kreuzberg. Wie groß sie schon sei, sagte Birol mit leiser, kratziger Stimme und deutete auf meine Tochter. Birol sah nicht gut aus. Er wollte ein Bier trinken. Dafür war es viel zu früh und viel zu spät zugleich. Unsere Wege kreuzten sich danach nicht noch einmal. Adios, Captain Mahmud. Nur içinde yat, delikanli.

Imran Ayata ist Autor und Gesellschafter der Agentur „Ballhaus West“.




September 05, 2020 at 11:25PM
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Mein Captain - FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung

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Laut und sanft, hier kommt Ziv Ravitz - Aargauer Zeitung

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«Ich kann nicht sagen, wie aufgeregt ich bin», schrieb Ziv Ravitz auf seinem Instagram-Kanal. Trotz seinen widersprüchlichen Gefühlen während den letzten Monaten wagte der Musiker, alleine auf die Bühne zu treten. Am vergangenen Sonntag hat der 43-jährige Drummer seinen ersten Solo-Auftritt im Murianer Pflegidach performt. Bereits im vergangenen Jahr hatte Ravitz das Publikum in gute Laune versetzt, jedoch in Begleitung von Will Vinson und Gilad Hekselman.

Keine Regeln

Der ganze Körper war in Bewegung, mal die Augen geschlossen, mal weit geöffnet. An diesem Abend ging es auf und ab, denn ganz nach seinem Motto «Die einzige Regel ist keine Regel» zeigte Ravitz, was in ihm steckt. Während er in einem Moment voll aufdrehte und sein Können auf dem Schlagzeug bewies, sang er im nächsten Moment, begleitet von der Gitarre, ganz entspannt und voller Emotionen. Nicht nur packende Rhythmen und sanfte Lieder waren zu hören, auch Filme wurden zwischendurch auf einem grossen Bildschirm gezeigt. Sie handelten von Träumen, denen man immer nach gehen soll und vom Leben, das niemals erlischt.

Ziv Ravitz - «Stephan & Charlie» bei «Musig im Pflegidach» Muri

Ganz anders als vom Publikum erwartet, aber dennoch positiv überrascht, wurde nicht einfach «nur» Schlagzeug gespielt. Vielmehr erlangte man einen Einblick ins Innere des Drummers. Er nahm die Zuschauer mit auf eine Reise in seine Gedanken und Wünsche.

Distanz in Konkurrenz zum Militär

Mit den Worten «Es mag vielleicht ein bisschen depressiv wirken, den Abend auf diese Art zu beenden, doch für mich ist es das nicht» kündigte Ravitz den tiefgründigen Song «Shadows on the Wall» an. Während er mit der Gitarre spielte und sang, waren seine zwei Töchter tanzend auf dem Bildschirm zu sehen. Die Mädchen bedeuten ihrem Vater alles, weswegen er ihnen diesen selbstgeschriebenen Song gewidmet hat. Aufgrund von Corona konnte der Musiker die beiden während fünf Monaten in Israel nicht besuchen. Dass ihm diese Distanz härter als das Militär vorgekommen sei, war in jeder Sekunde des Liedes zu spüren. Voller Emotionen sang er von seinem Wunsch, mit ihnen tanzen zu können. Das ganze Dilemma hatte schlussendlich ein Happy End, denn erst zwei Tage vor dem Konzert war der Künstler aus Israel zurückgekehrt, wo er mit seinen Kindern gemeinsame Zeit verbringen konnte.

Das Publikum schien sichtlich gerührt von der Geschichte und auch die ein oder andere Träne war an diesem Abend geflossen.

Vom Begleiter zum Leader

Ravitz hat sich in die obere Klasse des Jazz gespielt, ist heute einer der gefragtesten Schlagzeuger und hat letztes Jahr mit «No Man Is An Island» ein weiteres Album veröffentlicht. Als Aufwachsender in einer Musikerfamilie war der Künstler schon früh in Kontakt mit Musik gekommen und lernte schnell, wie Gitarre, Klavier und Trommel zu spielen sind. Später konnte der Musiker sich als professioneller Schlagzeugspieler etablieren, obwohl er erst mit 24 Jahren seine erste richtige Schlagzeuglektion hatte.

Im Jahr 2000 zog er wegen der Karriere nach Amerika und schloss 2004 an der «Berklee School of Music» das Jazzkompositionsdiplom ab. Mit seiner Musik im Gepäck reiste Ravitz von Israel nach New York und quer durch Europa. Der Schlagzeuger wurde vom Begleiter zum Leader und arbeitete mit Künstlern wie Hal Crook, Mark Turner und Ben Monder zusammen. Auch war er Mitglied in verschiedenen Ensembles wie beispielsweise das Lee Konitz Quartett, Shai Maestro Trio oder Omer Klein Trio.




September 05, 2020 at 07:31PM
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Donald Trump: Polterkurs wirkt - Biden-Vorsprung schrumpft - Berliner Morgenpost

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US-Wahl

Donald Trumps Polterkurs wirkt: Er holt in den Umfragen auf

Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden gibt den Oberpastor der Nation. Doch sein Vorsprung in den Umfragen schmilzt.

Joe Biden besucht Kenosha

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat mit dem in der Stadt Kenosha durch Polizeischüsse schwer verletzten Afroamerikaner Jacob Blake telefoniert und dessen Familie getroffen.

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Berlin. Er spricht sanft, bewegt sich langsam, blickt mitfühlend in die Runde. In einer Kirche in Kenosha sind nur wenige geladene Gäste. Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden ist an jenem Donnerstag der Oberpastor der Nation. Wenige Tage zuvor war der Afroamerikaner Jacob Blake in der Stadt im US-Bundesstaat Wisconsin von Polizisten siebenmal in den Rücken geschossen worden. Es kam zu Ausschreitungen.

Biden mahnt die US-Bürger, sich der „Ursünde“ Amerikas zu stellen, dem Rassismus. Kenosha brauche Heilung, das Land Versöhnung. Biden trägt die ganze Zeit eine Corona-Maske. Später spenden er und seine Frau Jill der Familie Blakes anderthalb Stunden lang Trost.

Der 77-Jährige versucht, bedächtig, überlegt, empathisch rüberzukommen. Präsidial will er wirken in einem Land, das politisch aufgewühlt, gespalten, polarisiert ist wie nie zuvor. Jeder Schritt, jede Geste ist wie ein Gegen-Programm zum Amtsinhaber Donald Trump.

USA: Trump gibt den Brandstifter und zugleich die Feuerwehr

Am gleichen Tag tritt Trump in einem Flughafen im Bundesstaat Pennsylvania vor zum Teil dicht gedrängten Anhängern auf. Er redet laut, verspricht weitere vier Jahre seiner Politik „Amerika zuerst“. Sein Mantra: „Bei dieser Wahl geht es um Sicherheit. Bei dieser Wahl geht es um Jobs.“

Trump greift Biden unter dem Jubel seiner Fans massiv an. „Haben Sie jemals einen Mann gesehen, der so gerne eine Maske trägt wie er?“, fragt er zum Gelächter der Menge. Und dann lasse er auch noch die Maske von einem Ohr herunterhängen – weil sie ihm das Gefühl von Sicherheit gebe, behauptet Trump. „Wenn ich ein Psychiater wäre, würde ich sagen, der Junge hat eine Menge Probleme.“

Der Präsident schimpft gegen die „radikale Linke“ in den von Demokraten regierten Städten. Er warnt vor „Chaos“, „Anarchie“, der „Herrschaft des Mobs“. Poltern, klotzen, beleidigen: kein Wort zu den exzessiven Aktionen der Polizei gegen Farbige. Keine Verurteilung von tödlichen Schusswaffeneinsätzen rechtsextremer Milizen.

Trump genießt seine Dampfhammer-Rhetorik und seinen Bulldozer-Stil, was das politische Klima noch mehr aufheizt. Und er zelebriert sich als Hüter von Recht und Ordnung. Er gibt den Brandstifter und zugleich die Feuerwehr.

Trump will Motivation der demokratisch gesinnten Wähler schwächen

Hinzu kommen Trumps Vorstöße, Zweifel am korrekten Ablauf der Präsidentschaftswahl am 3. November zu säen. Vor allem die Briefwahl sei anfällig für „Manipulationen“, sagt er. Damit will er die Motivation der Wähler schwächen, die mit den Demokraten sympathisieren. Zum anderen vermuten Beobachter, dass der Präsident bei einer Niederlage versuchen könnte, trotzdem im Amt zu bleiben.

Am Mittwoch sorgte Trump mit der Aufforderung für Wirbel, zweimal abzustimmen – einmal per Briefwahl und dann noch mal im Wahllokal. Dies wäre illegal. Später ruderte der Präsident zurück: Sollte jemand im Wahllokal feststellen, dass sein Briefwahl-Votum nicht registriert sei, solle er vor Ort abstimmen.

Facebook und Twitter versahen Trumps Appell zur doppelten Stimmabgabe mit distanzierenden Hinweisen. In seiner Anmerkung zur Botschaft des Präsidenten hob Facebook am Donnerstag hervor, dass die Briefwahl in den USA von unabhängigen Experten als „verlässlich“ angesehen werde. Dies gelte auch für die bevorstehende Wahl.

Twitter bezeichnete Trumps Appell als Verstoß gegen die Nutzerregeln zur „staatsbürgerlichen Integrität“. Mehrere US-Bundesstaaten wiesen die Ermunterung zur doppelten Stimmabgabe als gesetzeswidrig zurück.

• Hintergrund: Will Russland Donald Trump erneut zum Wahlsieg verhelfen?

North Carolina: Bidens hat nur noch 0,6 Prozentpunkte Vorsprung

Der Haudrauf-Kurs scheint Trump nicht zu schaden. In heftig umkämpften Bundesstaaten („battleground states“) schrumpft der Vorsprung von Biden. Trumps desaströses Corona-Management und der Einbruch der Wirtschaft hatten ihn nach vorn katapultiert.

Nach Angaben der unabhängigen Website realclearpolitics.com, die Durchschnittswerte von verschiedenen Meinungsumfragen ermittelt, liegt Biden in North Carolina nur noch mit 0,6 Prozentpunkten vorn. In Michigan sind es demnach 2,6 Punkte und in Florida 3,3 Punkte.

Nicht nur Hillary Clinton, die vor der Wahl 2016 in vielen Umfragen deutlich vor Trump rangierte, dürfte der berühmte Spruch der amerikanischen Baseball-Legende Yogi Berra einfallen: „It ain’t over till it’s over“ – auf Deutsch: „Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist.“

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September 04, 2020 at 05:43PM
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Donald Trump: Polterkurs wirkt - Biden-Vorsprung schrumpft - Berliner Morgenpost

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Friday, September 4, 2020

Katamarane, Gene und Kartoffeln - neues deutschland - Sozialistische Tageszeitung

narasilama.blogspot.com

Blendend weiße Sandstrände, sich sanft in der Meeresbriese wiegende Palmen, kristallklares Wasser und Hula tanzende hübsche Frauen in Baströcken sind das Klischeebild der Südseeinseln. Die Realität im vom Klimawandel betroffenen Polynesien sieht natürlich anders aus.

Doch wie sind lange vor den Urlaubsfliegern überhaupt schon Menschen auf die entlegenen Südseeinseln gelangt? Kamen die Vorfahren der Polynesier aus dem Westen, sprich aus Asien, oder aber aus Südamerika im Osten? Einer der Begründer der experimentellen Archäologie, der norwegische Abenteurer Thor Heyerdahl, bewies schon 1947 mit der legendären Kon-Tiki-Expedition, dass es den präkolumbischen Indianern Südamerikas technisch möglich war, Polynesien zu besiedeln. Inzwischen herrscht jedoch in der Wissenschaft weitgehend Konsens, dass die Ahnen der Polynesier von Asien zu den pazifischen Inseln gesegelt sind. Obwohl die Polynesier und ihre Vorfahren weder Kompass noch Sextant besaßen, waren sie ausgezeichnete Seefahrer, konnten mit ihren hochseetauglichen Doppelrumpfbooten - den Vorläufern unserer heutigen Katamarane - selbst größte Entfernungen im Pazifischen Ozean zurücklegen.

Trotzdem steht weiter die Frage im Raum, ob es nicht doch auch Kontakte mit Südamerikanern gegeben hat. Die Antwort von Alexander Ioannidis lautet: Ja. Der Computerbiologe von der Stanford-Universität in Kalifornien hat, zusammen mit einem internationalen Team, genetische Daten von 800 Ureinwohnern von Französisch-Polynesien sowie von indigenen Küstenbewohnern Südamerikas verglichen. »Wir haben auf den polynesischen Inseln Segmente identischer Vorfahren indigener Amerikaner gefunden«, sagt Ioannidis. Der Co-Autor der im Wissenschaftsjournal »Nature« veröffentlichten Studie, Andrés Moreno-Estrada vom National Laboratory of Genomics for Biodiversity in Mexiko, ergänzt: »Durch diese Forschung wollten wir die Wurzeln jener Ahnen rekonstruieren, die die Vielfalt dieser Populationen geprägt haben.«

Anhand der Genschnipsel sind die Forscher sicher, dass die Begegnung zwischen Indios und Polynesiern um 1200 unserer Zeitrechnung stattfand. Ioannidis ist zudem davon überzeugt, dass es sich um ein einmaliges Ereignis gehandelt hat. Aus den Genen kann aber nicht abgeleitet werden, wer wen wo getroffen hat. Sind die polynesischen Seefahrer mit ihren extrem seetüchtigen Katamaranen bis an die viele tausend Kilometer entfernte Küste Südamerikas gelangt, oder waren die Indios auf Südseeurlaub in Polynesien? »Ich halte es aus einem einfachen Grund für wahrscheinlicher, dass die Polynesier nach Amerika und zurück segelten. Wir wissen, dass die Polynesier in dieser Zeit ähnlich lange Entdeckungsreisen unternahmen und die entlegenste der polynesischen Inseln besiedelten. Wenn die polynesischen Reisenden es so weit nach Osten geschafft haben, warum nicht auch an die Küste Südamerikas?«

»Es wird angenommen, dass Polynesier häufig bei ihren Entdeckungsreisen gegen den Wind segelten, sodass sie, wenn nach Tausenden von Kilometern über den offenen Ozean keine neue Insel gefunden wurde, leicht mit dem Wind nach Hause zurückkehren konnten«, sagt der US-Forscher. »Vom Tuamotus-Archipel und den Marquesas-Inseln in Französisch-Polynesien aus, wo wir die Signaturen der Genetik der amerikanischen Ureinwohner gefunden haben, hätte eine solche Explorationsstrategie die Polynesier an die Küste Ecuadors oder Kolumbiens gebracht. Von da stammte die DNA der amerikanischen Ureinwohner, die wir in Polynesien fanden.«

So ganz ausschließen will Ioannidis aber nicht, dass Amerikaner Südseeinseln erreicht haben. Es habe entlang der Küste einen maritimen Handelsweg zwischen dem heutigen Kolumbien und Ecuador mit Mittelamerika gegeben. Wenn Handelsschiffe durch Strömungen und Wind vom Kurs abgekommen seien, hätten sie durchaus irgendwann die Tuamotus und Marquesas erreichen können, wo eben die indigene amerikanische Gen-Signatur gefunden worden sei.

Das einzige archäologische Indiz für einen Kontakt zwischen Polynesiern und Indios liefert ausgerechnet die Kartoffel, genauer gesagt, die Süßkartoffel, die in beiden Kulturen zum Standardnahrungsmittel gehört. »Die Süßkartoffel stammt aus Amerika, kommt aber auch auf Inseln vor, die Tausende von Kilometern entfernt sind«, sagt Ioannidis. »Darüber hinaus scheint das Wort ›Kumara‹ für Süßkartoffel in den polynesischen Sprachen mit dem Wort verwandt zu sein, das in den indigenen amerikanischen Sprachen in den Anden verwendet wird.« Diese kulturelle Überlappung sehen auch andere Historiker und Archäologen als schlüssigen Hinweis, der die Vermischung der beiden Kulturen nicht nur als möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lässt.

Auch wenn sich also die Umstände der Kontakte zwischen den Indios nicht aus den Genen ablesen lässt, so ist wissenschaftlich eines unumstritten: die Polynesier waren geniale Seefahrer, die in relativer kurzer Zeit von Neuseeland bis Hawaii die Inseln des riesigen Südpazifik besiedelt hatten. Nur hat die westliche Wissenschaft diese Geschichte, die navigatorischen Geheimnisse und die Kultur der Polynesier lange Zeit ignoriert.

Ioannidis betont: »Wenn die Geschichte für diesen Zeitraum erzählt wird, handelt es sich fast immer um die der europäischen Eroberung und nicht um die Geschichten der anderen. Ich denke, diese Arbeit hilft dabei, diese unerzählten Geschichten zu erzählen. Die Tatsache, dass sie durch Genetik ans Licht gebracht werden können, ist für mich sehr aufregend.«




September 04, 2020 at 06:04PM
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Katamarane, Gene und Kartoffeln - neues deutschland - Sozialistische Tageszeitung

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Thursday, September 3, 2020

Der Knaus Live I 650 MEG will den Aufstieg leichter machen - autobild.de

narasilama.blogspot.com

Der Knaus Live I 650 MEG will den Aufstieg leichter machen

Mit modernem Design und einem Einstiegspreis unter 60.000 Euro lockt der Knaus Live I 650 MEG Aufsteiger an. AUTO BILD REISEMOBIL testet, ob die inneren Werte des neuen Integrierten zum gehobenen Anspruch passen!

Integrierte sind für viele Reisemobilisten der Gipfel des Komforts. Schließlich müssen bei ihnen keine Kompromisse gemacht werden: Platz ist satt vorhanden, der Aufbau von vorne bis hinten gleich breit. Großzügige Sitzgruppen, Küchen, Bäder und Betten finden hier wie selbstverständlich ihren Raum. Und dann wäre da noch dieser tolle Panoramablick: Allein die Windschutzscheibe, die den Großteil der Frontpartie einnimmt, vermittelt mit den gebotenen Aussichten ein Gefühl von unbeschränkter Weite. Und genau das ist es doch, was wir Reisemobilisten wollen: keine Grenzen, weder im Aufbau noch im Kopf oder sonst wo. Im Schatten der beliebten Teilintegrierten und Kastenwagen (Marktanteil 2019 knapp 33 bzw. 40 Prozent) ist es in den vergangenen Jahren trotzdem etwas ruhiger um die Integrierten geworden.
Zubehör für autarkes Campen

Porta Potti

Preis*: ab 61,98 Euro

Mobicool B40 Kompressor-Kühlbox

Preis*: 203,73 Euro

ECO-WORTHY 120W faltbares Solarpanel

Preis*: 149,99 Euro

Campingkocher

Preis*: 68,09 Euro

Güde Stromerzeuger GSE 5501

Preis*: 1112,03 Euro

Biolan Simplett Bio Trockentoilette

Preis*: 339,95 Euro

*Preise: Stand 20.08.2020
Umso schöner, dass sich der KnausTabbert-Konzern jüngst entschlossen hat, dem etwas entgegenzusetzen – und das funktioniert am besten über den Preis. Denn wenn es für den Kurs eines ordentlichen Teilintegrierten auch einen Integrierten gibt, muss mit dem Aufstieg nicht lange gewartet werden. Zusammen mit dem fast baugleichen Schwestermodell Weinsberg CaraCore (drei Grundrisse ab 55.990 Euro) haben die Jandelsbrunner zwei Integrierte in ihre Knaus-Einsteigerbaureihe L!VE aufgenommen. Beide haben praktische Grundrisse mit Einzelbetten plus serienmäßigem Hubbett, wobei der 700 MEG (ab 61.990 Euro) auf 7,53 Metern etwas mehr Platz bietet als der von uns getestete 650 MEG. Der bleibt mit 6,99 Metern dafür recht wendig. (Überblick: Alles zum Thema Wohnmobile)

Den Live I durchweht ein Hauch von Sportlichkeit

Knaus Live I 650 MEG

Zum Wohlfühlen: kuschelige Sitzgruppe mit bequemer Polsterung und ausdrehbarem Tisch.

Das ist er: Ein schick eingekleideter Reisegenosse mit dem gewissen Etwas. Selbstbewusst hebt sich das Wohnmobil von der saturierten Fülle einiger Wettbewerber ab, vermittelt fast schon einen Hauch Sportlichkeit. Dazu trägt hauptsächlich die herausfordernd guckende Front mit ihren kecken Voll-LED-Scheinwerfern bei. Deren Rahmen gehen in dynamische Dekorstreifen an den Seitenwänden über. Den Schlusspunkt bildet eine Heckschürze, die mit ihrem Diffusor-Look den Bogen aber fast schon überspannt. Egal, widmen wir uns dem Interieur. Das lädt in seiner gemütlichen Sitzgruppe sofort zum Chillen ein. Gleich links neben der 60 Zentimeter breiten Aufbautür steht eine zusätzliche Couch, deren Stirnseite ausgespart ist, um dem gedrehten Beifahrersitz Raum zu geben. Einziges Manko hier vorne: der erhöhte Boden, der eine Stufe erforderlich macht und in Verbindung mit dem unterm Dach parkenden Hubbett die Kopffreiheit einschränkt. Fahrerseitig schließt an die Dinette das Bad an. Es ist mit seiner Schwenkwand pflegeleicht und optimal nutzbar, bietet reichlich offene Ablagen sowie einen Schrank. Gegenüber steht der Küchenblock. Mit drei großen Schubladen, zwei Dachschränken und dem Slim-Tower-Kühlschrank nimmt er Vorräte auch für lange Reisen auf. Es folgen die Kleiderschränke unter den aufstellbaren Fußenden des großzügigen Betts. Es hat am Kopfende Dachschränke, seitlich aber offene Ablagen.

Viele kleine Details erleichtern das Leben an Bord

Knaus Live I 650 MEG

Die großen Busspiegel und Scheiben sorgen für gute Übersicht.

Das hat er: Viele praktische Details! Das fängt an bei der ausreichenden Anzahl an Kleider- und Handtuchhaken, führt über die geniale Ver- und Entsorgungsbox bis hin zur Querschlaf-Option (427 Euro), bei der am mittig ausziehbaren Lattenrost gleich eine Leiter hängt. Pfiffig ist auch der e.hit, ein ausfahrbares Heckträgersystem für bis zu vier Fahrräder inklusive abnehmbarer Anhängerkupplung (2749 Euro). Der Serienausstattung fehlen leider Basics wie der Beifahrerairbag. So fährt er: Sanft und sicher. Das gut abgestimmte Fahrwerk dämpft Unebenheiten entschlossen weg, die Fahrgeräusche halten sich in Grenzen. Praktisch ist das Head-up-Display, das neben der Geschwindigkeit auch Navi-Infos zeigt (im Media-Paket mit Multimediasystem und Rückfahrkamera, 1990 Euro). Empfehlenswert: die Neunstufen-Wandlerautomatik (3330 Euro, ab 140-PS-Motor für 890 Euro). Fazit von Alex Failing: Der Live I macht Aufsteigen leichter. Und vergnüglich obendrein: Die durchdachten Lösungen, die das Bordleben angenehm machen, gehören größtenteils zur Serienausstattung. Ohne ein paar Tausender obendrauf werden dennoch die wenigsten auskommen.

Technische Daten
Motorisierung 2,3 l MultiJet II 160
Leistung 118 kW (160 PS) bei 3500/min
Hubraum 2287 ccm
Drehmoment 400 Nm bei 1500/min
Höchstgeschwindigkeit 140 km/h
Getriebe/Antrieb Sechsgang manuell/Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 75 l/Diesel + 19 l AdBlue
Länge/Breite/Höhe 6990/2320/2790 mm
Radstand/Bereifung 3800 mm/215/70 R 15 CP
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil) 2930/570 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst) 2000/750 kg
Material Wand/Dach/Boden Alu/GFK/Holzsandwich
Liegefläche Hubbett L x B 1950 x 1500 mm
Liegefläche Heck L x B 1980 bzw. 1930 x 810 mm
Kühlschrank/inkl. Eisfach AES, 142/12 l
Herd Gas, 3 Flammen
Bordbatterie AGM, 80 Ah
Frisch-/Abwassertank 100/95 l
Gasvorrat/Heizung 2 x 11 kg/Truma Combi 6
Grundpreis/Testwagenpreis 59.990 Euro/80.114 Euro



September 04, 2020 at 11:00AM
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Streitfall Bernhard Schlink: Zu viel Kitsch im Bestseller? - BR24

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Schlink ist, und das beweisen gerade die kurzen Erzählungen dieses Bandes, ein ausgesprochen geschickter Konstrukteur. In kürzester Zeit weiß er seine Figuren in Situationen zu verstricken, die einen sofort berühren und neugierig machen: Woher kommt die Angst, das schlechte Gewissen dieses Mannes? Wonach sehnt sich die Frau in der lieblosen Ehe, was will sie spüren, wie berührt werden?

Und was verbindet den alten Mann am Fenster nun mit Anna, der ermordeten jungen Frau, die er kannte, seitdem sie als kleines Mädchen auf der Straße spielte? Zitat: "Immer kehrte mein Blick zu Anna zurück. Sie tobte mit und lärmte mit und hatte doch eine Aura um sich. (…) Ob sie anführte oder mitspielte, entkam, sich fangen oder finden ließ, den Ball fing oder ihm auswich – in ihren Bewegungen lag ein solcher Liebreiz oder auch eine solche Hoheit oder auch eine solche Verführung, dass ich manchmal auf die Straße ging und etwas aus dem Auto holte oder im Laden besorgte, nur um sie aus der Nähe zu sehen. Wenn sie dann aufschaute und mich erkannte und anlächelte!"

Sprachlich ist alles ganz sanft

Inhaltlich steht alles auf dem Spiel, Moral und Gefühle, in jedem Satz. Sprachlich aber – und vielleicht liegt genau darin Schlinks Reiz – sprachlich geht alles ganz sanft zu. Wer ein Buch Schlinks liest, spürt das sofort: Die etwas altmodische Sprache, vor allem aber die Fügung der Sätze: Satzglieder, Sätze, ganze Satzfolgen sind da gleichmäßig gebaut: "Für ein paar Takte wurde die Musik ruhiger, und sie probierten einander aus, er, wie sie sich halten und drehen ließ, wie sie sich löste und näherte, wie sie sich verweigerte und umwerben und einfangen ließ, sie, wie sicher er sie führte, wie verlässlich er wusste, was sie wollte, und es ihr gab oder sie mit etwas anderem, Schönerem überraschte."

Das Spiel mit Gleichklang und Gleichförmigkeit in Sprachmaterial und Satzbau kombiniert Schlink mit der ständig wiederkehrenden Reihung von Adjektiven. Die beiden Figuren zum Beispiel tanzen wahlweise "zeit- und ortsvergessen, publikumsvergessen, selbstvergessen", die Musik in einer Geschichte ist "leicht, verspielt, wehmütig, vielleicht Schumann", ein Gesicht wirkt "erhitzt, glühend, schwitzend", ein Junge übt Bachs Suiten "gewissenhaft und ausdauernd und ausschließlich".

Größte sprachliche Routine

Vielleicht bräuchte es gar nicht immer drei oder vier Beschreibungen, aber die Gleichmäßigkeit sorgt für diesen besonderen Rhythmus, der die Leser fängt und trägt und hält. Das ist das Versprechen seit dem "Vorleser". Schlinks Geschichten erzählen vom Durchgeschüttelt-Werden der Figuren, sie konfrontieren Leser mit existenziellen Fragen, aber sie selbst, ihre Sprache, ihre Sätze, sind weit davon entfernt, durchgeschüttelt zu werden. Das sprachliche Gefäß für unterschiedlichste Nöte und moralische Dilemmata ist immer ganz ähnlich. Das ist eine Kunst, zugegeben, aber gleichzeitig ist es doch verstörend, wenn ein Autor dem existenziellen Durcheinander seiner Figuren mit größter sprachlicher Routine begegnet.

Bernhard Schlink: "Abschiedsfarben", erschienen im Diogenes-Verlag für 24 Euro.




September 03, 2020 at 05:46PM
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Streitfall Bernhard Schlink: Zu viel Kitsch im Bestseller? - BR24

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Jagdvorsteher lehnt Wildfütterung ab - Merkur.de

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Leonhardt Rohnbogner will seine Alm am Hirschberg für eine Wildfütterung zur Verfügung stellen. Laut Fachbehörde wäre der Standort ideal. Doch der Jagdvorsteher lehnt ab.

  • Im Kreuther Westen fehlt nach Einschätzung der Fachstellen eine Wildfütterung.
  • Mit Unterstützung des Tierschutzvereins Tegernseer Tal ist ein Standort gefunden.
  • Der Kreuther Jagdvorsteher lehnt mit Verweis auf den Schutz des Waldes ab.

Kreuth – Auf der Alm von Leonhardt Rohnbogner in Scharling grasen derzeit Kühe, zudem liegt Futter im Stadel. Fünf Hektar sanft gewellte Wiese und Wald gehören dem Kreuther. Als vor über einem Jahr Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, bei ihm anfragte, ob auf seiner Alm eine Wildfütterung entstehen dürfte, zögerte er nicht lange und sagte zu.

Auch gegen eine Schaufütterung hätte der Kreuther nichts einzuwenden. „Ich finde, das Wild hat auch eine Daseinsberechtigung. Darum darf man bei mir füttern“, meint Rohnbogner. Freilich werde das Wild auch in seinen Wald ziehen. Aber das dürfe und solle auch so sein. „Wir müssen mit den Kindern in den Zoo fahren, damit sie Wild sehen. Das ist doch ein Armutszeugnis“, meint er. Wo jetzt die Kühe weiden, könnte im Winter Wild am Stadel Futter finden.

Tierschutzverein Tegernseer Tal hat lange nach Standort gesucht

Ecker-Schotte hatte lange nach einem solchen Unterstützer im Kreuther Westen gesucht. Denn dort gibt es – anders als östlich der Bundesstraße – seit einigen Jahren keinen Futterplatz mehr. Im Katastrophenwinter 2018/19 habe dies zu dramatischen Situationen geführt. „Fast täglich war dort Wild auf der Loipe zu beobachten“, berichtet sie. Vereinzelt hätten die Tiere versucht, über die Bundesstraße zur Winterfütterung von Herzogin Helene in Bayern zu gelangen. Aber auch ohne Schneekatastrophe sei eine Fütterung wichtig, betonte Ecker-Schotte. Die unablässigen Freizeitaktivitäten der Menschen im Wald und der enorme Jagddruck setzten das Wild unter Stress. „Es braucht Ruhe.“

Wo jetzt Kühe grasen, könnte im Winter das Wild Futter finden.

© Thomas Plettenberg

Im Auftrag des Freistaats erarbeitet die Hochwild-Hegemeinschaft derzeit mit Unterstützung der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt ein Fütterungskonzept für den gesamten Landkreis. Bei Rohnbogners Alm gab’s viele Ortstermine. Das Ergebnis ist für Ecker-Schotte niederschmetternd: Während Hegegemeinschaft, Jagdberater und Fachbehörde eine Fütterung an dieser Stelle für geboten und den Standort für geeignet halten, lehnt der örtliche Jagdvorsteher Werner Winkler mit Verweis auf den Schutz des Waldes rundweg ab. Sein Wort ist entscheidend: Die Jagdgenossenschaft ist zuständig für die Fütterungen in ihrem Revier.

Hochwild-Hegegemeinschaft sieht Handlungsbedarf

„Ich bin nicht weisungsbefugt“, sagt Wolfgang Kuhn, Leiter der Hochwild-Hegegemeinschaft. Er könne nur anregen, dass die Untere Jagdbehörde am Landratsamt der Forderung nach einer Fütterung im Kreuther Westen Nachdruck verleihe. Der Bereich sei in puncto Wildfütterung „ein weißer Fleck auf der Landkarte“. Zudem befinde man sich in der glücklichen Lage, dass ein Grundbesitzer Fläche zur Verfügung stelle: „Das haben wir selten.“ Die Kombination von Fütterung und Abschuss sei nach seiner Einschätzung auch der beste Weg, um Schäden durch Verbiss zu minimieren. Dabei sei es wichtig, revierübergreifend alle Bereiche abzudecken. Leider gebe es Widerstand aus der Jagdgenossenschaft, bedauert Kuhn.

Einig ist er sich mit Tobias Hupfauer, Jagdberater des Landkreises. Betrachte man das Ganze, sei eine Fütterung im Westen Kreuths begrüßenswert, meint er. Dafür könne man ja eine der östlichen Fütterungen auflösen.

Jagdvorsteher spricht von „Wildzuchten“ für die Trophäenjagd

Kreuths Jagdvorsteher Werner Winkler schüttelt zu all dem den Kopf. Die vorhandenen Fütterungen seien in allen Himmelsrichtungen ausreichend, versichert er. Westlich gebe es die Wild-Fütterung am Bauern in der Au – also in Bad Wiessee. In Kreuth habe man die westlich gelegenen Fütterungen nicht ohne Grund vor ein paar Jahren aufgelöst. „Das waren Wildzuchten“, urteilt Winkler. Letztlich gehe es den Befürwortern unter der Jägerschaft doch nur um die Trophäenjagd. „Der Tierschutz wird da instrumentalisiert.“ In den alten, wildreichen Zeiten seien alle Jungpflanzen weggefressen worden, schildert Winkler: „Wo man eine Fütterung macht, opfert man Wald.“ Am Ringberg habe es deshalb eine Zeitlang „nur Bonsai-Bäume“ gegeben.

Nach Winklers Überzeugung würden Fütterungen westlich und östlich der Bundesstraße das Wild sogar dazu verleiten, öfter zu queren. Die Tiere seien neugierig und wollten nachsehen, ob es andernorts vielleicht Schmackhafteres gebe. Aus der Vernunft heraus, müsse die Jagdgenossenschaft mit Rücksicht auf den Schutzwald ablehnen, erklärt Winkler. „Da muss man auch mal Nein sagen können.“

Die Untere Jagdbehörde am Landratsamt beurteilt die Lage anders. Im Bereich Kreuth sei Nachbesserungsbedarf zu erkennen, der vorgeschlagene Standort durchaus geeignet, teilt die Behörde mit. Aktuell ist im Fütterungskonzept des Landkreises aber nur der Ist-Zustand festgehalten. Heißt: Auf Rohnbogners Alm wird es keine Fütterung geben.

Tierschutzverein ist enttäuscht: „Kein Lebensraum mehr für Rotwild“

Eine Nachricht, die Ecker- Schotte „todtraurig“ findet. „Man will dem Rotwild hier keinen Lebensraum mehr zugestehen“, sagt sie. Sie sei „extrem enttäuscht“, dass es trotz vieler Gespräche nicht gelungen sei, den wunderbaren Standort in Kreuth als Wildfütterung aufzubauen. Offensichtlich sei es einem Jagdvorsteher und einem Jäger möglich, sich gegen die Anordnung eines Fütterungskonzepts zu stellen.

Auch Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider, der Gespräche mit allen Beteiligten geführt hat, zeigt Bedauern. Die Gemeinde hätte eine Schaufütterung an dieser Stelle begrüßt, meint Bierschneider: „Dann hätte man das Wild endlich wieder zu Gesicht bekommen.“




September 03, 2020 at 12:00PM
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Sportlich durch die Krise - Merkur.de

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  • Stephan Müller-Wendlandt

    vonStephan Müller-Wendlandt

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Die Kunden blieben weg, die Gaststätte war geschlossen. Dennoch hat die „eurobuch Sportanlagen GmbH“ aus Starnberg sich vor und in der Corona-Krise um mehr Nachhaltigkeit bemüht. Mit Erfolg: Sie steht im Finale des Wirtschaftspreises.

Starnberg – Ökologische Strategien und nachhaltiges Handeln, um den Begleiterscheinungen der Corona-Krise die Stirn zu bieten – diese Vorgaben müssen die Bewerber um den Wirtschaftspreis 2020 des Landkreises Starnberg erfüllen, wenn sie ihre Chance auf eine Prämierung wahren möchten. Elf Kandidaten haben es ins Finale geschafft. Erstmals mit dabei und gleich als Finalist ist die „eurobuch Sportanlagen GmbH“ aus Tutzing. Sie betreibt die Tennis- und Padel-Anlage an der Gautinger Straße in Starnberg.

„eurobuch“ ist eine Tochter der Mediantis AG. Deren Geschäftsführer Richard Freiherr von Rheinbaben redet gar nicht um den heißen Brei herum. „Die Corona-Krise hat uns voll erwischt“, sagt der Unternehmer. Betroffen waren etwa 300 Abonnements für die sechs Plätze in der Halle, die nicht mehr abgespielt werden durften. Einzelbuchungen waren ebenfalls nicht mehr möglich. Die bis dahin sanierte und neu ausgestattete Gaststätte der Anlage blieb geschlossen. Aber die Fixkosten liefen weiter – sei es die Pacht, Personal, Winterräumdienst, Müllabfuhr oder Heizung. Dennoch hat der Betreiber alles unternommen, um die Systeme im „Stand-by“-Modus zu halten. Damit bei einer Wiederinbetriebnahme die Anlage sofort wieder aktiviert werden konnte, blieben die Reservierungs- und Buchungssysteme online. Die Gaststätte hielt sich mit Abhol- und Lieferservice über Wasser. Und täglich hat von Rheinbaben die Anlage samt Nassräumen reinigen und desinfizieren lassen.

Nachhaltigkeit hat das Handeln des Unternehmens vor und in der Corona-Krise bestimmt. Seit Übernahme der Tennispark GmbH hat von Rheinbaben die Beleuchtung der Halle auf LED umgestellt, was zu einer Ersparnis von bis zu 80 Prozent der Stromkosten geführt hat. Moderne Heizstrahler und Kühlaggregate haben 30 Prozent Energieersparnis eingebracht. Die Sprinkleranlage für die Außenplätze wird mit Regenwasser gespeist. In den Umkleiden und Nassräumen gibt es seitdem nur noch Stoffhandtücher statt Papiermüll. Nach der Erneuerung der Toiletten und Sanitärbereiche ist der Wasserverbrauch gesunken, scharfe Reinigungsmittel werden nicht mehr eingesetzt, erklärt von Rheinbaben.

Das Personal der Anlage hat die GmbH „sanft“ durch die Krise geleitet. „Lediglich zwei Mitarbeiter“, so der Tutzinger, „mussten für zwei Wochen in Kurzarbeit geschickt werden.“ Die zehn Tennistrainer haben als Ausgleich für die verkürzte Wintersaison kostenlose Buchungen für die noch laufende Sommersaison erhalten. Einen Ausgleich haben auch die Abonnenten erhalten, die die letzten Stunden im März und April nicht nutzen durften – in Form von Gutscheinen. Richard von Rheinbaben atmet durch: „Die Ampel steht jetzt auf Grün.“ Das verdankt er nicht nur etwa 1000 Tennisspielern aus dem Landkreis und darüber hinaus, die an der Gautinger Straße in Starnberg ihrem Sport frönen. Hinzu kommen Vereine, die bei Regen und im Winter die Hallenplätze buchen.

Ein Pluspunkt sind laut von Rheinbaben auch die während der Corona-Pause angelegten zwei Plätze für Padel-Tennis, „die derzeit am stärksten wachsende Sportart weltweit“. Der Tutzinger hat diesen Sport vor 13 Jahren in Spanien kennengelernt, wo Padel-Tennis mittlerweile der Volkssport Nummer eins ist noch vor dem traditionellen Tennis. Von Rheinbaben selbst greift derzeit auch lieber zu dem kompakteren Padel-Tennis-Schläger als zum Tennis-Racket. Im Landkreis ist diese Anlage ohne Konkurrenz und darüber hinaus im Umkreis von 20 Kilometer. „Seit der Öffnung der beiden Plätze am 20. Juni ist der Zustrom von Spielern aus München enorm gewachsen.“

Die „eurobuch Sportanlagen GmbH“ hat im Mai 2018 die Tennisanlage vom Insolvenzverwalter der früheren Tennispark GmbH übernommen. Seitdem hat die Firma mehr als eine halbe Million Euro in die Sanierung und den Betrieb gesteckt – die neuartige Padel-Anlage noch nicht mitgerechnet. „Bis 2032 ist der Betrieb der Halle samt Gastronomie gesichert“, erklärt er. Die Halle steht auf dem Grund der Stadt Starnberg, die Verträge sind verlängert. Mit der Bayerischen Hausbau (Schörghuber-Gruppe) als Eigentümerin der Außenanlagen steht von Rheinbaben in guten Gesprächen, wie er sagt. Der Pachtvertrag läuft vorerst bis 2022, „mit der Möglichkeit, weiter zu verlängern“.

Lesen Sie auch: Darum ist das Tagungshotel La Villa im Finale des Wirtschaftspreises.




September 03, 2020 at 02:00PM
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Sportlich durch die Krise - Merkur.de

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