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Friday, August 21, 2020

Starkregen zerstört Forststraße bei Lenggries: Arbeiten im Hirschbachtal fast abgeschlossen Hilfe für den H... - Merkur.de

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Die Forststraße Richtung Hirschbachsattel ist seit 18. Juni gesperrt. Nach einem Unwetter laufen dort umfangreiche Sanierungsarbeiten. Der Tölzer Forstbetrieb, der für die Straße zuständig ist, kämpft mit den heftigen Schäden – und mit Unvernünftigen, die die Sperrung ignorieren.

  • Eine Gewitterzelle hat am 17. Juni große Schäden im Hirschbachtal hinterlassen
  • Die Forststraße ist seitdem gesperrt. Die Sanierungsarbeiten laufen
  • Der entstandene Schaden summiert sich auf einen sechsstelligen Betrag

Lenggries - Es müssen dramatische Szenen gewesen sein, die sich an jenem Nachmittag des 17. Juni im Hirschbachtal abspielten. Glücklicherweise war niemand mehr auf der Forststraße Richtung Hirschbachsattel unterwegs, als sich die Gewitterzelle genau über diesem Gebiet entlud. „Es waren extreme Regenmengen“, sagt Robert Krebs, stellvertretender Leiter des Tölzer Forstbetriebs. Der Hirschbach, der sonst sanft plätschernd Richtung Lenggries fließt, verwandelte sich binnen Minuten in einen reißenden Sturzbach. „Das Wasser hat sogar große Felsbrocken mitgerissen“, sagt Revierförster Hans Bierling. „Ein Anwohner unten in Mühlbach hat gesagt, so hoch hat er den Bach noch nie gesehen“, ergänzt Krebs.

Hirschbachtal: Forststraße wurde an einigen Stellen einfach weggerissen

Die Kraft des Wassers war so groß, dass die Forststraße auf einem etwa vier Kilometer langen Abschnitt beschädigt, an einigen Stellen komplett mitgerissen wurde. „Sie wurde praktisch pulverisiert“, sagt Bierling. Fundamente der Brücken nahmen Schaden – genauso wie die Geländer. An einigen Stellen fraß sich der Bach ein völlig neues Bett. Uferverbauungen verschwanden.

An vielen Stellen hatte der Bach die Straße komplett weggerissen.

© Bierling/Forstbetrieb Bad Tölz

Schon am Tag nach dem Unwetter begann der Tölzer Forstbetrieb der Bayerischen Staatsforsten mit den Aufräum- und Reparaturarbeiten. In etwa zwei bis drei Wochen sollen sie abgeschlossen sein. Vorerst. Denn in manchen Bereichen müsse man sich mit der Gemeinde und dem Wasserwirtschaftsamt mit Sicherheit über weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Bachbetts unterhalten, sagt Krebs.

Gefährlicher Leichtsinn: Mountainbiker und Wanderer ignorieren Sperrung

Die Forststraße ist in weiten Teilen wieder hergestellt – und zwar so, dass auch Holzlaster und Traktoren sicher darauf fahren können. An einigen Stellen muss noch die Uferverbauung, die aus den 50er-Jahren stammt, repariert werden. Stein um Stein nimmt der Bagger dazu auf und platziert sie passgenau am Ufer. „Wir versuchen, örtlich vorhandenes Material zu verwenden“, sagt Krebs. „Aber an einigen Stellen brauchen wir Granit.“ Und weil man sowieso schon mit dem Bagger zu Gange war, wurden auch noch einige kleine Biotope am Wegesrand angelegt.

Normalerweise herrscht auf der Forststraße, die in den Nachbarlandkreis Miesbach führt, reger Verkehr. „Wahrscheinlich ist es eine der am intensivsten genutzten Strecken“, sagt Krebs. Nicht nur land- und forstwirtschaftlicher Verkehr ist dort unterwegs, auch bei Wanderern und Mountainbikern ist der Weg beliebt. Für letztere Gruppen wurde nach der Sperrung eine Umleitung ausgeschildert. Nur wenige Minuten mehr muss man in Kauf nehmen. „80 bis 90 Prozent der Leute sind auch rücksichtsvoll und halten sich daran“, sagt Bierling. Mit dem Rest gibt es allerdings Probleme. In der vergangenen Woche machte beispielsweise Baggerfahrer Tom Niggl seinem Ärger auf Facebook Luft. Gerade hatte sich ein Radler an seinem laufenden Bagger vorbeigezwängt – den linken Arm auf der scharfkantigen Kette, den Kopf knapp unter dem sich drehenden Motorraum. Zu keinem Zeitpunkt war der Mann für den Baggerführer zu sehen. „Wie lebensmüde muss man sein“, schrieb Niggl später in den sozialen Medien, als ihm ein Kollege das Foto zeigte, das er von dem Mann gemacht hatte.

Es ist kein Einzelfall. Immer wieder würde die Sperrung ignoriert. An einem Tag sei ein Vater mit seinem etwa siebenjährigen Sohn mitten im Sperrbereich aufgetaucht, weil er sich mit Hilfe einer App den Weg querfeldein gebahnt hatte. An einem anderen Tag wurstelte sich ein Mann mit seiner Ehefrau – beide mit Fahrrädern unterwegs – durch den eindeutig gesperrten Bereich. Mache man die Wanderer und Radler auf das mitunter lebensgefährliche Fehlverhalten aufmerksam, stoße man nicht unbedingt auf Verständnis, sagt Bierling. Er und Krebs bitten alle Freizeitsportler daher noch einmal eindringlich darum, die Sperrung zu beachten und die Umleitung zu nutzen. „Man erreicht wirklich alle Ziele“, sagt Robert Krebs.

Ein Bild der Verwüstung: So sah es am Tag nach dem Unwetter im Hirschbachtal aus.

© Bierling/Tölzer Forstbetrieb

Die Höhe des Schadens im Hirschbachtal beziffert Krebs mit einem „niedrigen sechsstelligen Betrag“. Mit Blick auf den Klimawandel werde man sich auf derartige Ereignisse im Zuständigkeitsbereich vermutlich häufiger einstellen müssen, befürchtet der stellvertretende Forstbetriebsleiter. Das haben auch die vergangenen Jahre schon gezeigt. 2019 zerstörte ein Unwetter den Rundweg am Roßkopf, im Jahr davor war das Gebiet rund um Klais betroffen. „Wir müssen damit rechnen, dass die Abstände kürzer werden“, sagt Krebs.

Die erste Bewährungsprobe haben Forststraße und neu befestigtes Bachbett im Hirschbachtal übrigens bereits bestanden: Beim Starkregen am 4. August hat alles gehalten.




August 21, 2020 at 11:30AM
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Sanft

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