
Für den Urlaub daheim haben wir eine Radtour durch den Landkreis erstellt. Die „Tour de Landkreis“ ist 141 Kilometern lang, portioniert in sechs Etappen. Heute: Schäftlarn nach Sauerlach.
Landkreis – Die Radsportszene kennt es, egal von der Tour de France, vom Giro d‘Italia oder von der Vuelta: Es gibt eine sogenannte Königsetappe. Die, die vielleicht am schwierigsten ist. In diesem Sinne sind bei der „Tour de Landkreis“ die 28,1 Kilometer von Schäftlarn nach Sauerlach eben diese Königsetappe. Weil es der längste Abschnitt unserer Radtour ist. Und weil es hier mehrfach steile Abfahrten und steile Anstiege gibt.
Der Auftakt ist, nach dem finalen Bergaufstrampeln der Voretappe, natürlich lässig. Vom Bahnhof Hohenschäftlarn zum Kloster Schäftlarn wird nämlich gerollt. Tempo aufnehmen, Fahrtwind genießen – aber Vorsicht, nicht zu schnell, die Klosterstraße ist bekanntermaßen kurvig.
Die fünfte Etappe der Tour de Landkreis
© OpenstreetMap
Übers Kloster (mit Schänke) nähern wir uns schon auf den ersten Metern der nächsten Einkehr-Option, falls jemand ein zweites Frühstück braucht, nämlich dem Gasthaus „Zum Bruckenfischer“ an der Dürnsteiner Brücke. Krimi-Freunde wissen sofort Bescheid: Hier wurde mal eine „Derrick“-Folge gedreht. Wem der Magen noch nicht knurrt, der mag sich gedulden bis zum nächsten Gasthaus, nämlich dem „Zur Mühle“. Hier, bei Straßlach, sausen in Nicht-Corona-Zeiten die Flößer mitsamt bierseliger Kundschaft 345 Meter lang hinunter Richtung Isar, 17 Höhenmeter werden überwunden. Heuer indes fällt die Floßgaudi aus, unsere Flugdrohne lassen wir trotzdem über der riesigen Anlage kreisen.
Nach dem Hinabrollen zu Beginn folgt nun das Pendant – kräftig in die Pedale treten, nach Straßlach geht’s hinauf. Aber nicht auf direktem Weg, sondern in einer für Radfahrer ausgeschilderten Schleife. Die macht diesen Berganstieg erträglich.
Hinter Blumen versteckt: das Kloster Schäftlarn.
© Thomas Rychly
Von Straßlach führt die Route lieblich über Hailafing nach Groß- und weiter nach Kleindingharting; am Wegesrand sind hier schwimmende Wirtshaus-Modelle zu bestaunen.
Am Maibaum in Kleindingharting biegen wir links ab, und nun beginnt wieder das Rollen – erst sanft, dann in puncto Gefälle steiler werdend, bis wir am Deininger Weiher stehen. Wo sich den Doppelpack „Baden & Einkehren“ anbietet.
Nach dem Runter kommt das Rauf, und das durchaus schweißtreibend, erst oben in Holzhausen können wir es wieder gemächlicher angehen lassen. Vor dem Kirchlein St. Martin schwingt sich das Sträßchen hinüber nach Ebertshausen und weiter nach Jettenhausen, wo alte und neue Radl-Wegweiser am gleichen Fleck um die schönere Optik konkurrieren. Wo entlang es nach Oberbiberg und Sauerlach geht, ist klar – die modernen Schilder, übrigens ganz anders gestaltet als im Norden des Landkreises, beinhalten zusätzlich eine Entfernungsangabe.
Lauschige Stellen gibt es am Deininger Weiher, wo man sich im Wasser und im Wirtshaus erfrischen kann.
© Thomas Rychly
Nun gut, nach den zwei Kilometern zum historischen „Gasthof Kandler“ in Oberbiberg, mittlerweile nur noch sonn- und feiertags um Mittag herum geöffnet, starten wir vis-a-vis zur finalen Anfahrt auf Sauerlach. Nach zwei Kilometern stößt der Feld- auf einen Querweg, ein paar Meter nach links, und dann zweigt bei einer markanten Trinkwassereinrichtung rechts das Hirschbrunner Geräumt ab. Das führt schnurstracks nach Sauerlach – vorbei an der St.-Anna-Kapelle, diesem mystischen Ort mitten im Forst. Eine Oase der Ruhe – nur einmal pro Jahr, beim alljährlichen St.-Anna-Fest mit Pferdeumritt am 26. Juli (heuer wegen der Corona-Pandemie ausgefallen), pilgern hierhin zig Tausende Menschen und sorgen für Biergartenatmosphäre mitten im Wald.
Sei’s drum, das Fest in Staucharting wird es 2021 wohl wieder geben – zum Abkühlen nach dieser Königsetappe raten wir eher zu einer Portion Eis im Zentrum von Sauerlach.
Die fünfte Etappe im Überblick
Startpunkt: S-Bahnhof Hohenschäftlarn
Endpunkt: S-Bahnhof Sauerlach
Streckenlänge: 28,1 Kilometer
Höhenmeter: 178 m bergauf, 219 m bergab
Streckenverlauf: Vom Bahnhof übers Kloster Schäftlarn hinab zur Dürnsteiner Brücke, dann nach Norden entlang des Isarkanals zur Floßrutsche beim Kraftwerk Mühltal (Einkehrmöglichkeit). Nun anhaltend bergauf nach Straßlach. Weiter über Hailafing, Groß- und Kleindingharting zum Deininger Weiher. Via Holzhausen, Ebertshausen und Jettenhausen nach Oberbiberg. Durch den Forst über die St.-Anna-Kapelle nach Sauerlach.
Wenn Sie die fünfte Etappe nachfahren wollen, finden Sie hier die GPS-Tracks zum Download oder auf der Website von Tourentipp. Zum Nachfahren und Nachlesen gibt es hier die erste Etappe, zweite Etappe, dritte Etappe und vierte Etappe.
Die gesamte Tour finden Sie in der interaktiven Google-MyMaps-Karte
August 21, 2020 at 10:03AM
https://ift.tt/3l9gMM6
Radtour durch den Landkreis: Knackige Anstiege und rasante Abfahrten - Merkur.de
https://ift.tt/38hUAt7
Sanft
No comments:
Post a Comment