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Wednesday, August 19, 2020

Neues Album „Chemical Trance“ des kanadischen Musikers Patrick Krief - Saarbrücker Zeitung

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Neues von Patrick Krief : Eine wundersame Tour De Force

✮✮✮✮✮ Beim kanadischen Musiker Patrick Krief grüßen Pink Floyd und Leonard Cohen.

Krief klingt wie eine Steigerung des Wortes „grief“, welches ja soviel bedeutet wie Trauer, Kummer, Schmerz. Gleichwohl ist es kein Pseudonym, sondern der tatsächliche Name des Kanadiers Patrick Krief…

Seiner dunkel dräuenden Musik wird dieses Gedankenspiel dennoch auf ganz wundersame Weise gerecht. Auf eine Reise zu den eigenen Dämonen nimmt uns der Künstler mit. „I Am The Pillar Of Darkness In Your Life“ eröffnet den Reigen mit psychedelischem Flair. Gegen Ende schneiden und zerren die Saiten vehement und die Titel-Zeile wird beharrlich wiederholt. Schon ist man mittendrin in dieser „Chemical Trance“ (Indica/Universal ✮✮✮✮✮).

„I Love You Just The Same“ klingt flehentlich, beginnt wie der Opener sanftmütig. Mollakkorde des Klaviers gemahnen zunächst an Songschmiede wie Bon Iver oder Sufjan Stevens, bevor wir im Finale erneut die zuspitzende Repetition des Songtitels zu verdauen haben. Große (selbstkritische) Gefühle transportiert auch „Man About Lies“. Wabernde Electronica setzt neue Akzente und spätestens jetzt wird klar dass Patrick Krief sein Herzblut mittels einer wirklich einzigartigen Stimme ausschüttet. Sie ist auf eigentümliche Weise körperlicher als jene der meisten sensiblen Barden – vielleicht weil sie so regelmäßig von offensiver Saiten-Artistik zum Abheben eingeladen wird. Basslastig pulsiert der „Line Stepper“, Elektrifiziertes verführt sanft und es verwundert nicht, dass auch hier ein wohl dosierter Saiten-Exzess das Ganze aufreibt. Der Title-Track ist infizierend tanzbarer Reggae-Dub mit schlingernden Gitarren – ein Fremdkörper, der prächtig funktioniert, emotional sogar regelrecht befreit.

Patrick Krief – „Chemical Trance“. Foto: Popup Records

Ganz zärtlich schleicht „Svengali“ heran. Und wieder sind es die Saiten, die dem Lied ihren Stempel aufdrücken, Krief’ Stimme an die entfesselte Hand nehmen. Besonders erstaunlich geriet „One Up Two Down“, eine Ballade, die klingt als sei sie höchstpersönlich von Leonard Cohen entliehen. Wie kriegt der Mann denn plötzlich seinen Gesang in solch tiefe Lagen? Der schwerste (und ausuferndste) Brocken dieses fabelhaften Albums kommt mit „The Light Between Your Eyes“. Hier setzt die magische Sound-Verdichtung bereits nach 85 Sekunden ein. Und dann gibt es kein Halten mehr. Jetzt fährt der Multi-Instrumentalist alles auf was zu Verführung und Verdichtung taugt. Wie Pink Floyd im Prog-Rock-Rausch…

Sanft im Falsett gesungen und getragen von Piano-Akkorden schlingert „Chemical Trance“ in den süßen Ausklang „Never Without You“. Friedlich sollte das Werk enden, hatte sich Krief vorgenommen. Es ist ihm grandios geglückt. Eine aufregende Tour De Force findet ein versöhnliches Ende – und ruft nach Wiederholung.




August 19, 2020 at 11:00PM
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Sanft

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